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Noch heute zeigt man aber unverdrossen inzwischen
nicht mehr ganz so ehrfürchtig staunenden Anlegern aus dem äußersten
Südwesten unserer Republik ärgerliche Hochglanz-Prospekte
mit dem unvermeidlichen Brandenburger Tor im Mittelpunkt der Weltgeschichte,
mit der legendären Gedächntniskirche vor dem unvergänglichen
Ku-Damm, mit Fernsehturm und Reichstag im strahlenden Sonnenschein
- allesamt bloß als blendend weltstädtische Boten des unauffälligen
Trugschlusses:
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| - Sozusagen alles gleich nebenan, bloß 15 oder 20 Meilen um die
Ecke. Schafft man locker in einer halben Stunde mit dem Wagen, wenn
man immer grün hat und sonst keiner auf der Straße ist. Auf
jeden Fall ungelogen verkehrsgünstig, denn Busse fahren wirklich überall in Berlin, das Netz ist so gut wie lückenlos; man
braucht dann halt ein zwei Stündchen mehr bis zum Ku-Damm oder
Alex.
Diese Unsitte, vor allem das
davon angelockte und gewissenlos fehlgeleitete Geld im Verein
mit den bodenständigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zumal
Ost- aber ebenso West-Berlins, hat bereits ab 1998, also noch
lange vor dem oben drauf gesetzten Abschwung der Weltwirtschaft, zu
einem bodenlosen Einbrechen der Berliner Immobilien-Preise geführt.
Der Umfang dieser Bruchlandung war zuvor allerdings schwer
abzusehen, da doch kaum ein Bauherr wußte, was seine Kollegen
nebenan noch alles bauten, am wenigsten aber wissen konnte, was sie
auch danach noch immer weiter hinstellen würden.
Obwohl der Erdrutsch am Ende
keinen Stadtteil wirklich ungeschoren ließ, taten sich
im Zuge des Ausverkaufs bereits ganz deutliche Abstufungen und
Gegensätze auf: Mittelmäßige und schwache Lagen
sanken schier ins Bodenlose, an einigen begehrten Brennpunkten
hielten sich die Preise dagegen fast auf dem früheren Stand,
so lange es sich nicht gerade um häßliche Neubauten, unansehnliche
Kellerlöcher oder völlig überflüssige Gewerbeflächen
handelt.
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